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Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12,32)


Liebe Leserin, lieber Leser,

die Himmelfahrt Christi ist ein merkwürdiges Fest. Die alten Erzählungen graben sich nicht tief ins Herz hinein. Vielleicht können sie es auch nicht, denn viel erzählt wird eigentlich nicht. Christus, der Auferstandene, wird vor den Augen der Jünger (und Jüngerinnen) in den Himmel gehoben.

Wo aber, bitte schön, ist der Himmel?
Der Himmel ist ein Ort, der – im Bild gesprochen – alles umgibt. Er umhüllt die Erde und schafft Raum, dass überhaupt etwas wächst und gedeiht – unter dem Licht der Sonne und dem Regen der Wolken, die am Himmel entlangziehen.
Wenn jemand gestorben ist, dann sagen wir zuweilen den Kindern – (und auch uns Erwachsenen): Der geliebte Mensch ist im Himmel, also aufgehoben in etwas, das wir sehen und zugleich nicht sehen. Der Himmel umschreibt hier metaphorisch das Aufgehoben sein in Gott.

„Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“
Der Wochenspruch für die kommende Woche fasst ins Auge, was mit der Himmelfahrt möglicherweise verbunden ist: Wenn Christus in den Himmel gefahren ist – aufgehoben in die ungebrochene Einheit mit Gott – sind wir mit ihm ebenfalls in diese Einheit mit hineingenommen. – Wie im Himmel, so auf Erden.

Der Himmel beinhaltet neben der Nähe zugleich die Metaphorik der Distanz:
Wer im Himmel wohnt, ist woanders und nicht mehr hier. Das Andere aber ist tatsächlich das „Ganz Andere“: Nicht greif- und fassbar. Der Himmel bleibt Geheimnis, selbst wenn seine Nähe täglich spürbar ist.

Diese Distanz mutet uns die Himmelfahrt Christi zu.
„Wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es erscheinen wird, werden wir ihm gleich sein; dann wir werden ihn sehen, wie er ist.“ heißt es im 1. Johannesbrief (1. Joh 3,2).

Wir sind schon – und wir sind´s noch nicht, weil wir erst werden, was wir sind.
Der jüdische Philosoph Ernst Bloch sagt: „Ich bin, aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst“.

Himmelfahrt benennt diese Spannung von Nähe und Distanz.
Da Pfingsten noch auf sich warten lässt und erst in 10 Tagen gefeiert wird, lädt Himmelfahrt dazu ein, Pause zu machen, abzuwarten und der Dinge zu harren, die da kommen.
Warten – und getrost sein. Die Dinge sind noch im Werden.
Die alten Geschichten von Himmelfahrt laden die Jüngerinnen und Jünger zum Pause-Machen ein: Esst und trinkt, teilt das Brot und den Wein, sammelt euch, stärkt euch ... Es kommt eine andere Zeit.

Dieser Hoffnung schließe ich mich an und grüße herzlich!

Ihr

Bertold Becker


Überblick über diesen Newsletter:
  1. Gedanken zu Himmelfahrt
  2. Ausblicke auf ein Morgen: Wie es weitergehen kann
  3. Gottesdienste bis Anfang Juni
  4. Friedensgebet online
  5. Gottesdienste mit Schutzkonzept
  6. Spendenaktion des Stadtkantorats für freischaffende MusikerInnen

2. Ausblicke auf ein Morgen: Wie es weitergehen kann

Im Moment ruhen in unserer Gemeinde alle Gruppen und Kreise. Es gibt keine normalen Treffen. Die Konfiarbeit macht Pause, auch alle Musikgruppen des Stadtkantorats üben sich im Warten.

Doch allmählich gewöhnen wir uns an eine neue Normalität mit Schutzmaßnahmen und trauen uns immer mehr zu:
Ab Pfingsten werden wir die Gottesdienste wieder mit Lektorinnen und Lektoren feiern.

Vor den Sommerferien wollen wir nach und nach alle Gruppen und Kreise zunächst einzeln zu besonderen „Gottesdiensten“ einladen, denn eines ist klar: Gottesdienste sind Zusammenkünfte, die sein können und dürfen und sollen.
Im Juni treffen sich also der Frauenkreis – und, wenn es gut geht, der Senioren- und Männerkreis, die Konfirmanden und Katechumenen ...
Das Presbyterium tagt wieder von Angesicht zu Angesicht ...
Wir planen für einen neuen Gemeindebrief mit festen Terminen für Gottesdienste.
Und wir blicken auf eine Situation, die so viel Klarheit hat, dass wir nicht jede Woche neu umdenken und anders denken müssen.
Vorsichtig wagen wir Altes anders und neu.

Wann es wieder Konzerte geben wird, wann in Gottesdiensten Bläserinnen und Bläser in kleinen Gruppen wieder musizieren, wann kleine Chöre üben und auftreten können, steht noch aus ...

Der Newsletter zu Pfingsten wird jedenfalls erstmalig wieder eine Monatsübersicht enthalten ... und sicher einen Link, mit dem ein weiteres YouTube-Video pfingstlich in die Süsterkirche einlädt.

Mit anderen Worten: Wir sind zuversichtlich – und üben uns ein in eine neue Normalität.


3. Gottesdienste bis Anfang Juni

Zu folgenden Gottesdiensten landen wir herzlich in die Süsterkirche ein:

Donnerstag, 21. Mai 2020, Christi Himmelfahrt
10.15 Uhr Gottesdienst
Musik: Peter Ewers, Orgel;
Predigt: Pfarrer Bertold Becker
Kollekte: für die Weltmission

Sonntag, 24. Mai 2020, Exaudi
10.15 Uhr Gottesdienst
Musik: Usch Esch (Violine), Ruth M. Seiler (Orgel)
Predigt: Pfarrer Bertold Becker
Kollekte: für das im Bau befindliche Kinderzentrum Bethel

Pfingstsonntag, 31. Mai 2020
10.15 Uhr Gottesdienst ohne Abendmahl
Musik: Eike Tiedemann (Mezzosopran), Rudolph Innig (Orgel)
Predigt: Pfarrer Bertold Becker
Kollekte: für die Bibelverbreitung in der Welt

Pfingstmontag, 1. Juni 2020
18.00 Uhr Abendgottesdienst mit Texten und Musik zu Pfingsten
Musik: Ruth M. Seiler
Lesungen und Texte: Bertold Becker und Team

Freitag, 5. Juni 2020
15.00 Uhr Freitag-Nachmittag-Gottesdienst
Predigt: Pfarrer Bertold Becker

Sonntag, 7. Juni, Trinitatis
18.00 Uhr Gottesdienst
Musik: Ruth M. Seiler
Predigt: Pfarrer Bertold Becker
Kollekte: für besondere Aufgaben evangelischer Schulen in der EKvW


4. Friedensgebet online

Seit Jahren feiern wir gemeinsam mit dem internationalen Versöhnungsbund jeweils am letzten Donnerstag in einem Monat ein Friedensgebet zu einem aktuellen Thema.

Tagesaktuell, kritisch und weltoffen schafft das Friedensgebet einen Raum der Anteilnahme und der Besinnung auf die Kraft der Gewaltfreiheit - für ein friedliches Miteinander.

Da wir in den letzten Monaten nicht zu einem öffentlichen Friedensgebet in die Süsterkirche einladen konnten, haben wir die Friedengebete mit Texten und Musik zum Lesen und Hören online auf unsere Homepage gestellt. Dieser Einladung sind viele Menschen gefolgt. Mehr als 160 Besucherinnen und Besucher haben auf diese Weise ihr eigenes Friedensgebet gefeiert – und sich so zu einer unsichtbaren Gemeinschaft verbunden.

Wir laden darum schon jetzt ein, das nächste Friedensgebet zu besuchen. Es findet nicht in der Süsterkirche statt, sondern wird am 28. Mai auf unserer Homepage zu finden sein.


5. Gottesdienste mit Schutzkonzept

Das Presbyterium ist sich in der Zeit der Gefährdung seiner besonderen Verantwortung für den Schutz des Lebens bewusst. Ziel aller im Folgenden beschriebenen Schutzmaßnahmen ist es, Infektionsrisiken zu minimieren und Gottesdienstbesucherinnen und Besuchern größtmöglichen Schutz zu gewähren.
Wir haben die Plätze in der Süsterkirche so reduziert, dass die Abstandsregel nach allen Seiten eingehalten werden kann. Gemeinsame Plätze für Hausgemeinschaften sind dabei vorgesehen. Das bedeutet aber, dass wir mit nicht mehr als 40–50 Personen Gottesdienste feiern können. Was wir tun, wenn wir immer wieder deutlich mehr sind, werden wir dann überlegen...

Wir werden beim Eintreten in die Kirche auf ausreichenden Abstand achten, der auch schon vor der Kirchentür beginnt. Wir werden die Seitentüre als weiteren Ausgang öffnen.
Wir werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in geeigneter Weise erfassen, so dass im Falle eines Falles alle verständigt werden können.

Unsere Kirche ist ein öffentlicher Raum. Darum sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern gebeten, Mund-Nase-Bedeckungen mitzubringen und beim Hinein- und Herausgehen zu tragen. Am Eingang werden wir Bedeckungen vorhalten, so dass alle, die kommen, einen Mundschutz tragen können.

Beim Eintreten in die Kirche sind wir zudem eingeladen, die Hände zu desinfizieren.
Im Gottesdienst nutzen wir keine Gesangbücher und werden bis auf Weiteres auch nicht singen, um die Infektionsgefährdung so gering wie möglich zu halten.
Stattdessen werden wir uns durch Wort und Musik ermutigen und trösten lassen.
Auf das gemeinsame Abendmahl werden wir vorerst verzichten müssen, ebenso auf eine Kollekte in den Reihen. Am Ausgang steht für die Kollekte ein Korb bereit.
Es versteht sich von selbst, dass wir Türgriffe, Handläufe, Toiletten desinfizieren, um auch hier ein Ansteckungsrisiko zu minimieren.
Bedauerlich ist auch, dass wir zu einem Kirchenkaffee nicht einladen können.
Stattdessen sind wir gebeten, nach dem Gottesdienst die Kirche ohne Gespräche zu verlassen.
Mit einem solchen Konzept feiern wir miteinander Gottesdienste - und jede und jeder ist dabei ausreichend geschützt.
Wir freuen uns über die Form der Gemeinschaft, die sich im Gottesdienst zeigt, aber über ihn hinausweist und nicht von ihm abhängt.
Wer mag, kann im Innenhof beim Open-Air-FairStand unseres Weltladens Kaffee und Tee, Schokolade und mehr erwerben. Auch hier achten wir auf ausreichend Abstand.



6. Spendenaktion des Stadtkantorats für freischaffende MusikerInnen

Vom Evangelischen Stadtkantorat, das die Kirchenmusik in unserer Gemeinde verantwortet, erreichte uns folgender Spendenaufruf, den wir von Herzen gerne weitergeben:

„Freischaffend tätige Musiker sind in diesen Wochen und Monaten besonders hart von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Durch die Absage von Konzerten, musikalischen Gottesdiensten, Unterricht etc. bleiben sämtliche Honorare aus.
Auch vom Evangelischen Stadtkantorat und von „Kirche macht Musik“ musste für die Vergangenheit und muss vermutlich auch noch für längere Zeit in der Zukunft vielen Musikern abgesagt werden. (Kantatengottesdienste, Bielefelder Nachtansichten, Pfingstkonzert, Stimmbildung, Instrumentalunterricht, Jungbläserausbildung  et.ct.)
Wir wollen, dass alle die Musiker, die uns in den letzten Jahren durch ihr Singen, Spielen oder Unterrichten bereichert haben, auch nach der Corona-Krise wieder mit uns arbeiten können. Bis dahin brauchen sie unsere Unterstützung!
Helfen Sie mit und spenden Sie, damit wir „unsere“ Musiker unterstützen können! Wir danken für Ihre Spende auf das Konto


Kirchenkreis Bielefeld
IBAN DE42 3506 0190 2006 6990 68 BIC: GENODED1DKD Verwendungszweck (bitte unbedingt angeben!): Coronahilfe Musiker_W462C


Wenn Sie zusätzlich Ihren Namen und Ihre Adresse angeben, erhalten Sie umgehend eine Spendenbescheinigung.


Ganz herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!“


Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Pfarrer Bertold Becker
im Auftrag des Presbyteriums der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Bielefeld
Süsterplatz 2
33602 Bielefeld
Deutschland

0521-68248
gemeinde@reformiert-bi.de